Baumwolle
Baumwolle ist seit jeher ein wichtiges Exportprodukt in Syrien und auch heute noch ein ganz wichtiger Teil der syrischen Wirtschaft. Mitte des 20ten Jahrhunderts brachte Baumwolle mehr Geld ins Land als alle anderen Produkte. Auch wenn es seit Mitte der 1970er Jahre das Erdöl ist, was an erster Stelle des Wirtschaftseinkommens ist, so ist doch Baumwolle immer noch an zweiter Stelle und der Sektor mit den meisten Arbeitskräften. Auf dem weltweiten Baumwollmarkt bringt alleine Syrien 7 % des Gesamtaufkommens ein, wodurch es eine hohe Stellung in dem Sektor einnimmt.
Baumwolle wächst vorrangig in den nördlichen Regionen des Landes. Dabei werden fast alle Baumwollfelder bewässert. Dadurch wird dem Wasser eine wichtige Rolle in diesem Industriezweig zugeordnet. Dabei werden gut vier Millionen Kubikliter Wasser alljährlich alleine schon für den Anbau von Baumwolle gebraucht. Diese enormen Wassermengen haben zu zahlreichen Kontroversen im Land geführt und die Kritik ist groß.
Ist die Baumwolle erntereif, werden zahlreiche Baumwollpflücker eingestellt. Die frisch geerntete nennt sich Rohbaumwolle. Dieses Rohmaterial wird dann in privaten großen Fabriken weiter verarbeitet. In Syrien gibt es zur Zeit 16 große Privatfirmen, die diese Arbeit machen.
Nach der Reinigung wird die Baumwolle versponnen und zu verschiedenen Garnen hergestellt, die dann gefärbt und behandelt werden, bevor sie zur Verarbeitung zu Textilien und Stoffen genutzt werden können. Viele dieser Firmen machen die komplette Verarbeitung selber, doch einige geben sie auch zur kompletten Weiterverarbeitung in andere, kleinere Firmen. Private Firmen können diese Baumwolle nur von öffentlichen Fabriken oder lokalen Anbauern kaufen, da alle importierten Baumwollprodukte verboten sind, um so die heimische Industrie zu schützen.

